Gesucht: Besitzer und Welpen
Von Cornelia Leuenberger. Aktualisiert am 27.01.2012
Es ist auf den ersten Blick zu erkennen: Die Hündin hat Junge, ihr Gesäuge ist gut ausgebildet. Eigentlich eine schöne Sache, wären da nicht widrige Umstände im Spiel – im Moment weiss nämlich niemand, wo die Welpen sind. Und was mit dem Muttertier genau geschah, ist ebenfalls ein Geheimnis. Gewiss ist einzig: Die Wizsla-Hündin wurde am vergangenen Mittwoch in Utzenstorf aufgegriffen und kam ein paar Stunden später via Polizeiposten zu Ernst und Margrit Dummermuth von der Tierrettung Emmental in Rüegsau.
«Der Hund ist in einem guten Zustand», informiert Ernst Dummermuth. Und er gibt auch gleich Entwarnung in Sachen Welpen: «Die Kleinen sind in einem Alter, in dem sie ohne ihre Mutter überleben können.» Erkannt hat er das am Zustand des Gesäuges. «Die Hündin hat noch Milch, aber längst nicht mehr so viel wie sie haben müsste, wenn sie erst seit ganz kurzer Zeit stillen würde.» Ernst Dummermuth geht davon aus, dass der Hunde-Nachwuchs drei bis sieben Wochen alt ist.
Es geht auch ohne Mutter
Aber auch wenn die Welpen ohne ihre Mutter auskommen können und für sie von daher keine akute Lebensgefahr besteht – schön ist die Geschichte der Wizsla-Hündin nicht. Der Verdacht liegt nahe, dass sie ausgesetzt wurde. Auch auf diese Vermutung kommt Ernst Dummermuth nicht einfach so: «Der Hund trägt keinen Chip», sagt er. Nachdem das Tier zu ihnen gekommen sei, habe er am Donnerstag die Veterinäre der Umgebung abtelefoniert, um zu erfahren, ob jemand den Vierbeiner suche. Auch die kantonalen und eidgenössischen Meldestellen für verloren gegangene Hunde hat er kontaktiert – ohne Ergebnis. Kann es nicht trotzdem sein, dass die Hündin ihrem Besitzer einfach davongelaufen ist? «Wohl kaum», meint Ernst Dummermuth. «Oder würden Sie als Besitzerin eines Muttertieres so lange warten, bis Sie sich auf die Suche nach ihm machen?»
«In gutem Zustand»
Vorderhand bleibt die Hündin bei Ernst und Margrit Dummermuth. Sollte sich bis in zwei Monaten nichts anderes ergeben, suchen sie einen guten Platz für das Tier. «Der Hund ist gegenüber Menschen zuerst sehr zurückhaltend», sagt Ernst Dummermuth, er taue aber bald einmal auf.
Wizsla sind ungarische Vorstehhunde. Gemäss Dummermuth werden für ein Jungtier ohne Papiere über 1000 Franken hingeblättert; mit Papieren kosten sie 2000 bis 2500 Franken. Wizslas haben eine Stärke fürs Apportieren. Das macht sie als Jagdhunde vor allem für die Arbeit «nach dem Schuss» wertvoll, zum Beispiel beim Heranholen einer geschossenen Ente. Hier kommt ihnen sehr entgegen, dass sie keine Angst vor Wasser haben.
Wer etwas zu dem Fall sagen kann, melde sich bei der Tierrettung Emmental, Telefon 034 461'44'77. (Berner Zeitung)
Erstellt: 27.01.2012, 17:34 Uhr

